WERKE AUS DER SAMMLUNG DES MMK


Death Row Outdoor Recreational Facility, „The Cage“
Mansfield Correctional Institution
Mansfield, Ohio
, 2003/2007
Farb-Fotografie
94, 8 x 114 x 3,2 cm
Wandschild: 16,6 x 11,4 cm
Auflage 6/7+2A.P.
Freizeitanlage für Todeskandidaten, „The Cage”
Mansfield Correctional Institution
Mansfield, Ohio

In der Strafanstalt Mansfield ist den Insassen des Todestrakts pro Tag eine Stunde Erholung an der frischen Luft erlaubt. Sie wird in den für Einzelne oder Gruppen vorgesehenen Einschlussbereichen verbracht, die als Käfige oder „bullpens“ bezeichnet werden. In den isolierten Käfigen gibt es lediglich eine Klimmzugstange und den Insassen ist es nicht gestattet, irgendwelche Gegenstände mit sich zu führen. In nichtisolierten Käfigen gibt es ein
feststehendes Basketballnetz und Gegenstände wie einen Basketball, ein Radio, Spielkarten und Zigaretten können mitgebracht werden.
Zwischen 1995 und 2005 waren alle männlichen Todeskandidaten Ohios in Mansfield untergebracht. Im Jahre 2005 wurden die meisten von ihnen in das Ohio State Penitentiary verlegt. 39 blieben im Todestrakt von Mansfield. Bei allen Insassen wird davon ausgegangen, dass sie „Probleme im Bereich der geistigen Gesundheit“ haben. Terrell Yarboroughs Intelligenzquotient bewegt sich seit seinem 13. Lebensjahr zwischen 59 und wenig mehr als 70. Er wurde wegen schwerem Raubüberfall, Einbruch, schwerem Diebstahl, Entführung und Mord in einem besonders schweren Fall verurteilt. Nach vier Jahren im Todestrakt wurden die Anklagepunkte wegen Mordes in einem besonders schweren Fall in Ohio fallen gelassen, weil das Verbrechen in Pennsylvania begangen worden war und deshalb dort verhandelt werden musste. Dieselben Anklagepunkte werden nun in Pennsylvania verfolgt, wo die Todesstrafe ebenfalls gesetzlich festgeschrieben ist.
Im Fall Atkins gegen den Staat Virginia hat der Oberste Gerichthof der USA die Hinrichtung von geistig zurückgebliebenen Personen für nicht verfassungskonform erklärt. Die Definition von geistiger Zurückgebliebenheit ist Gegenstand von Kontroversen, die gegenwärtig als Teil des vorgeschlagenen Death Penalty Reform Act von 2006 diskutiert werden. Die Gesetzgebung von 38 der 50 US-Bundesstaaten erlaubt die Todesstrafe.
Erworben 2007
Inv. Nr. 2007/77
MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main
Schenkung der Künstlerin
Bildnachweis:
© Taryn Simon
Foto: Axel Schneider
Taryn Simon
* 1975 in New York, NY (US)
Lebt in New York, NY (US)

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