Filmprogramm

Filmstill, Man No Run, Claire Denis, Frankreich 1988

Die Reihe präsentiert ausgewählte Filme aus dem erweiterten Feld der afrikanischen Filmproduktion. Zu sehen sind Filme, die Wahlverwandtschaften mit Dantes bildnerischer Dichtung eingehen. Das Motiv der Reise in die jenseitige Welt entlang mythologischer Spuren, Geschichten von Frauen und Männern und ihrer unmöglichen Liebe, die Welt unter Tage, die Zonen des Ausharrens, die Gefängnisse und Paradiese des Wartens und die Wirklichkeit der Elemente schlagen sich in den Filmen nieder, die real und irreal auf die Verhältnisse postkolonialer Identitäten blicken.

Eintritt: 7 / 5 Euro
Kartenreservierung: 069 961 220 220

Veranstaltungsort:
Deutsches Filmmuseum, Schaumainkai 41, 60594 Frankfurt am Main
www.deutsches-filmmuseum.de

Eine Kooperation des MMK mit dem DIF Deutsches Filminstitut.
Die Reihe wird kuratiert von Marie-Hélène Gutberlet mit Abrie Fourie und Guy Wouete .  

Programmübersicht:

Dienstag, 6. Mai

Filmstill, Heremakono (Warten auf Glück), Abderrahmane Sissako, Mauretanien / Frankreich 2002

18.00 Uhr
MINE (Kurzfilme)


Mine, William Kentridge, 1991, 5’50“, engl. OF  
Gangster Backstage, Teboho Edkins, 2013, 37’43“  engl.,  Africaans, engl.UT
Playing guitar for goats, Jacques Coetzer, 2010, 2’09“
Projected Identities, Barend de Wet 2013, 3’37“
The Swing (after after Fragonard), Donna Kukama 2009, 4’54“

Das Wort MINE, englisch "Grube" und besitzanzeigendes Pronomen "mein", setzt die Tiefen des Bergwerks mit der Idee des Besitzes in Verhältnis. MINE heißt das Video-Archiv-Projekt des Künstlers und Kurators Abrie Fourie, aus dessen Sammlung fünf Videos südafrikanischer Künstlerinnen und Künstler gezeigt werden. Diese haben sich zur Aufgabe gemacht unter die Oberfläche zu tauchen, ihre Geschichte und Position im Post-Apartheid-Kontext auszukundschaften und zu kommentieren.

Zu Gast: Teboho Edkins

20.30 Uhr
Heremakono Warten auf Glück (Spielfilm)
Abderrahmane Sissako, Mauretanien / Frankreich 2002, 95', OmU

HEREMAKONO spielt in Nouadhibou, einer Kleinstadt an der mauretanischen Atlantik-Küste gelegen. Es ist ein Ort des Übergangs, ein Ort, an dem man auf das Glück wartet und hin und her gerissen wird zwischen dem Wunsch zu gehen und dem zu bleiben. Für das Warten, das Reisen und das Hoffen findet der Film klare, wirkungsvolle Bilder. Er wurde 2002 mit dem Preis der internationalen Filmkritik in Cannes ausgezeichnet und erhielt 2003 den großen Preis als bester Film beim Filmfestival Fespaco in Ougadougou (Burkina Faso).  

Dienstag, 13. Mai

18.00 Uhr
Orfeu Negro / Schwarzer Orpheus
 (Spielfilm)

Marcel Camus, Brasilien / Frankreich / Portugal 1959, 107' OmU

ORFEU NEGRO – einer der bemerkenswertesten französisch-brasilianischen Filme – verlegt den antiken Mythos von Orpheus und Eurydike in die Gegenwart des Karnevals von Rio de Janeiro. Er ist überwiegend mit brasilianischen Laiendarstellern gedreht, in den Hauptrollen, die amerikanisch-französische Schauspielerin Marpessa Dawn und der brasilianische Fußballspieler Breno Mello. Der Film markierte den internationalen Durchbruch des Bossa Nova. 

Dienstag, 20. Mai

18.00 Uhr: Sans Titre 
(Kurzfilme)

N12º13.062'/W001º32.619' Extended, Vincent Meesen, BE/BF, 2005, 8’30“  
Reconstructing Damon Albarn in Kinshasa, Jeanne Faust, D, 2010, 10’, franz./engl./dt. mit engl. UT
Sans-Titre, Neïl Beloufa, F/ALG, 2010, 15’, algerisch/franz. engl UT
Atrophy, Palesa Shongwe, ZA 2009, 8’, engl. OF
NORA, Alla Kovgan, David Hinton, USA/ZI, 2009, 35’, engl. OF (feat. Zimbabwean dancer Nora Chipaumire)

Die in diesem Programm zusammengestellten Kunstfilme aus dem Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen konzentrieren sich auf jenseitige Momente im Realen, auf Situationen der Entrückung, der Verschiebung und der Transgression, der Bildauflösung und des Tanzes.

20.30 Uhr: En attendant les hommes 
(Dokumentarfilm)
Katy Lena NDiaye, Mauretanien / Frankreich 2007, 56' OmU

Im Osten der mauretanischen Sahara liegt das Dorf Oualata. Viele Männer brachen von hier nach Europa auf. Ihre Frauen blieben, manche warten seit Jahrzehnten. Sie verrichten alle alltäglichen Arbeiten alleine. Während sie warten, bemalen sie ihre roten Lehmhäuser mit wunderschönen Motiven und reden offen über ihre Beziehungen und Sehnsüchte.

Octobr (Spielfilm)
Aberrahmane Sissako, Mauretanien / Frankreich / Russland 1993, 37', OmU

Als Abderrahmane Sissako 1982 zum Sprachstudium nach Rostov und dann zum Filmstudium nach Moskau ging, gehörte er bereits zur dritten Generation afrikanischer Filmemacher, die in der Sowjetunion ausgebildet wurden. Als er dann in Moskau seinen Abschlussfilm drehte, war die Sowjetunion schon in Auflösung begriffen. OCTOBR erzählt von der scheiternden Liebe zwischen einem Afrikaner und einer Russin, vom Leben in der ‚Zone’, dem Niemandsland der Migranten, und fängt im Moskauer Winter Momente der Desillusionierung und des Stillstands ein.  

Dienstag, 27. Mai

Filmstill, Who Cares?, Guy Wouete, 2009

18.00 Uhr: Sechs Videos von Guy Wouete

Corridor, 2010, 10’44“, DVD (Malta), OmU
Who Cares?, 2009, 5’11“ DVD (Marrakesch, Marokko), OmU
Rite, 2008, 16’48“, DVD (Penja, Kamerun)  
L’imminent Tsunami, 2007, 4’53“ DVD (Bamako, Mali), OmU  
African Traffic, 4’34“ DVD (Cotonou, Bénin), OmU
Esperamos,  2009, 1’10“ (Havanna, Kuba)

„Meine Kunst beansprucht keinen geographischen Raum noch hängt sie an Farben oder Genres. Meine Kunst handelt im Kern auch nicht von den Schmerzen und den Übeln, die das Fleisch angreifen und den Geist pervertieren. Meine Kunst schöpft im Empfindlichen hier und jetzt; sie erforscht den konfliktbesetzten Verstand, den ‚entscheidenden Moment’, in dem sich Gesagtes und Ungesagtes (un)vernünftig treffen.“ (G.W.)

In Anwesenheit des Künstlers. 

20.30 Uhr: Man No Run (Dokumentarfilm)
Claire Denis, Frankreich 1988, 90', OmU

Claire Denis’ Film, der die kamerunische Avantgarde-Band „Les têtes brûlées“ bei ihrer Frankreich Tournee 1987 begleitet, konzentriert sich auf das Backstage-Leben der Musiker und deren Begegnung mit der außerirdischen französischen Provinz, bis sich erst ganz zu Schluss die Energie ihrer Musik ins Freie entlädt.  

Heute im MMK