Humanism in China

Ein fotografisches Porträt

20. Mai – 27. August 2006

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2003, Beijing

Bild 4

1997, Kunming, Yunnan

Bild 3

1990 Mengzi, Yunnan

Bild 11

Juni 2001, Harbin, Heilongjiang

Im Jahr 1955 präsentierte der Fotograf Edward Steichen seine legendäre Fotoausstellung „The Family of Man“ im Museum of Modern Art in New York als ein umfassendes Portrait der Menschheit.

Im Jahr 2006 entwirft die Ausstellung „Humanism in China – Ein fotografisches Portrait“ ein anderes, sehr viel spezielleres bildnerisches Panorama: Anhand von 590 Dokumentaraufnahmen chinesischer Fotografen aus den vergangenen fünf Jahrzehnten zeigt sie die Menschen in China vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Modernisierung. Ausgerichtet vom Guangdong Museum of Art, Guangzhou, umspannt die Ausstellung vier große Themenbereiche: Existenz, Beziehung, Begehren und Zeit. Hinter dem äußeren Glanz des wirtschaftlichen Booms in Chinas Metropolen suchen chinesische Fotografen die Innenseite eines kulturellen Umbruchs, der in seiner zeitlichen Verdichtung für ein einzelnes Menschenleben kaum zu fassen scheint. Die Ausstellung „Humanism in China – Ein fotografisches Portrait“ zeigt den Alltag der Menschen in den Städten und auf dem Land. Die gesellschaftlichen Umwälzungen der vergangenen 50 Jahre dokumentieren sich in Bildern, die nichts verstellen und nichts inszenieren wollen. Gerade weil der Blick nicht bestimmt ist von einer fremden Wahrnehmung, sondern die Sicht einer in China heranwachsenden Generation selbst zum Ausdruck bringt, ist diese Ausstellung mehr als eine fotografische Schau: Sie ist ein Zeitdokument. Erstmals seit ihrer Präsentation im Guangdong Museum of Art im Jahr 2003 und im Shanghai Art Museum im Jahr 2004 wird diese Ausstellung nun außerhalb Chinas gezeigt. Für ihre Realisierunghaben sich in einer bislang einmaligen Kooperation fünf deutsche Museumsinstitutionen zusammengeschlossen: die Staatsgalerie Stuttgart, die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das MMK Museum für Moderne Kunst. Nach ihrem Auftakt im MMK in Frankfurt, der Partnerstadt von Guangzhou, wird die Ausstellung in einem Zeitraum von zwei Jahren in allen fünf Städten zu sehen sein.

Als ein Museum für zeitgenössische Kunst können wir über den dokumentarischen und künstlerischen Charakter von Fotografie nachdenken, können der grundsätzlichen Frage „was Bilder vermögen“ nachgehen und können und wollen uns immer wieder neu in die gesellschaftlichen Diskurse der Gegenwart einmischen. Steichens Beweggrund war eine Ausstellung zu schaffen, die mit dem Medium und der Sprache der Fotografie den Dialog zwischen den Menschen und ihren verschiedenen Kulturen zu fördern vermag. Mit der Präsentation von „Humanism in China – Ein fotografisches Portrait in Deutschland, im MMK, setzt sich dieser Gedanke in seiner drängenden Aktualität fort.

Zur Ausstellung liegt ein umfangreicher Katalog vor, erschienen in der Edition Braus im Wachter Verlag. 


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