MMK 2

Boom She Boom.
Werke aus der Sammlung

19. Oktober 2014 – 14. Juni 2015

Vanessa Beecroft, vb68, 2011

Performance MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt, Foto / photo: Axel Schneider © MMK Frankfurt

Charlotte Posenenske, Vierkantrohre, Serie DW, 1967

Foto / photo: Axel Schneider © Nachlass Charlotte Posenenske / Burkhard Brunn, Frankfurt am Main

Anja Niedringhaus, Kriegsende in Sarajevo, Mädchen an alter Frontlinie, 1996

Foto / photo: Axel Schneider © Anja Niedringhaus

Rosemarie Trockel, Daddy's Striptease Room, 1990

Foto / photo: Axel Schneider © VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Sarah Morris, Parrot [Origami], 2009

Installationsansicht MMK Museum für Moderne Kunst © Sarah Morris Foto: Axel Schneider

Barbara Klemm, Vor der Universität Frankfurt, 1970

Foto / photo: Axel Schneider © Barbara Klemm

Andrea Büttner, Fabric Painting (blue), 2011

Foto / photo: Axel Schneider © VG Bild-Kunst

Sturtevant, The Dark Threat of Absence Fragmented and Sliced, 2002

Foto / photo: Axel Schneider © Sturtevant

Wie kaum ein anderes Museum der Gegenwartskunst in Deutschland hat das MMK von der ersten Stunde im Jahr 1991 bis heute ein ganz besonderes Augenmerk auf die starken Positionen der Künstlerinnen der letzten Jahrzehnte gerichtet. Seit den frühen 1990er-Jahren gingen Werke der großen deutschen Bildhauerinnen und Konzeptkünstlerinnen der Gegenwart wie Katharina Fritsch, Isa Genzken und Rosemarie Trockel, in die Sammlung ein, flankiert von internationalen Kolleginnen wie Vija Celmins, Marlene Dumas, Cady Noland, Pipilotti Rist und Elaine Sturtevant. Der Einfluss dieser Künstlerinnen auf die Entwicklung der bildenden Kunst bis heute ist fundamental.

In ihrer Radikalität und Konsequenz haben sie Stile geprägt und sind bis heute wichtige Vorbilder für die nachfolgende Generation geblieben. Mit so markanten künstlerischen Positionen wie Charlotte Posenenske, Hanne Darboven, Lee Lozano und Jo Baer schreibt die Sammlung des MMK die Geschichte der Gegenwartskunst weit in die 1960er-Jahre zurück. Auch im Bereich der Fotografie, einem der Sammlungsschwerpunkte des Museums, sind so bedeutende Protagonistinnen wie Hilla Becher, Anna Blume und Candida Höfer sowie die Dokumentaristinnen Barbara Klemm, Anja Niedringhaus und Abisag Tüllmann vertreten.

Hauptwerke von Vanessa Beecroft, Rineke Dijkstra, Teresa Margolles, Sarah Morris oder Taryn Simon markieren wichtige Erweiterungen der Sammlung, die in jüngster Zeit mit Werkgruppen der aktuell im internationalen Fokus stehenden Künstlerinnen Andrea Büttner, Jewyo Rhij, Dayanita Singh oder Dolores Zinny ausgebaut wurden. Von Beginn an hat sich das MMK der Frankfurter Kunstszene gewidmet, und auch hier sind es so individualistische und radikale Positionen wie die von Anne Imhof, Franziska Kneidl und Adrian Williams, welche die Sammlung des Museums bereichern.

Mit der Vielfalt und Stärke, die von den Werken dieser Künstlerinnen ausgehen, möchte das MMK seine neue Präsenz im Zentrum Frankfurts zwischen Bahnhofs- und Bankenviertel beginnen. Die Auswahl umfasst unterschiedliche künstlerische Verfahren und konzeptuelle Ansätze, sie präsentiert eine Vielzahl von Perspektiven und Fragestellungen. In Skulpturen und Installationen, Gemälden und Zeichnungen, Filmen und Performances hinterfragen die Künstlerinnen die Repräsentation und gesellschaftliche Konnotation des weiblichen Körpers, sie beschäftigen sich mit sozialen und globalen Zusammenhängen, untersuchen Formen von Narration und Abstraktion und analysieren Strategien der Raumaneignung. Ihre Werke sind geprägt von individuellen Wahrnehmungen und persönlichen Erfahrungen, sie demonstrieren Subversivität und den Mut zur Offenheit. Verbindendes und Gegensätzliches fügen sich in dem von den Architekten KuehnMalvezzi entworfenen offenen Ausstellungsparcour zu einem umfassenden Gesamtbild.

Der Titel der Ausstellung „Boom She Boom“ zitiert den sensationell erfolgreichen Doo Wop-Song der Chords aus dem Jahr 1954, der seither zahlreiche Neuinterpretationen erfuhr. In erster Linie die Liebeserklärung an eine Frau, bezog sich „Boom she“ - lautmalerisch für den Abwurf einer Bombe - auch auf die Zuspitzung des Kalten Krieges im Entstehungsjahr des Songs.  Im Zusammenhang der Ausstellungskonzeption erhält der hedonistische wie fatalistische Titel eine weitere Bedeutungsebene, auf der die Forderungen und Wirklichkeiten der Präsenz von Künstlerinnen in der Museumslandschaft nachdrücklich manifest werden.

Künstlerinnen der Ausstellung:
Vanessa Beecroft, Andrea Büttner, Vija Celmins, Rineke Dijkstra, Marlene Dumas, Parastou Forouhar, Katharina Fritsch, Isa Genzken, Anne Imhof, Barbara Klemm, Franziska Kneidl, Sarah Morris, Anja Niedringhaus, Cady Noland, Charlotte Posenenske, Jewyo Rhii, Dayanita Singh, Rosemarie Trockel, Elaine Sturtevant, Taryn Simon, Adrian Williams u.v.a. 

Für die Eröffnungsausstellung „Boom She Boom“ im MMK 2 übernehmen DekaBank und Helaba die Schirmherrschaft.

Die Gründung der Museumsdependance MMK 2 wurde ermöglicht durch die Initiative von Tishman Speyer in Joint Venture mit der Commerz Real AG und in Zusammenarbeit mit dem Planungs- und Kulturdezernat der Stadt Frankfurt und dem MMK. Sie wurde finanziell durch die großzügige und tatkräftige Unterstützung der Gründungspartner Stefan Quandt, der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und der DekaBank Deutsche Girozentrale ermöglicht, vier langjährige Partner des MMK.  

 


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