DOUBLE

Isa Genzken:
Drei Vollellipsoide Skulpturen, 1978

28. November 2009 – 31. Januar 2010

Im von Gregor Schneider rekonstruierten „Kabinett für aktuelle Kunst“ Isa Genzken

Isa Genzken 3 Vollellipsoide Skulpturen 1976/77

Im von Gregor Schneider rekonstruierten „Kabinett für aktuelle Kunst“ Isa Genzken 3 Vollellipsoide Skulpturen 1976/77 Leihgaben der Künstlerin, Courtesy Galerie Daniel Buchholz, Köln/Berlin, der Staatlichen Museen zu Berlin, Nationalgalerie und der Staatsgalerie Stuttgart

40 Jahre  Kabinett für aktuelle Kunst, Bremerhaven
Eine Ausstellungsreihe des MMK in Zusammenarbeit 
mit Gregor Schneider und Moritz Wesseler

Das MMK Museum für Moderne Kunst zeigt vom 28. November 2009 bis zum 31. Januar 2010 die Ausstellung „3 Vollellipsoide Skulpturen“ von Isa Genzken. Im Jahr 1978 erstmalig im Kabinett für aktuelle Kunst in Bremerhaven gezeigt, markiert diese Ausstellung einen wichtigen Punkt in der Karriere der Künstlerin, handelte es sich doch um ihre erste institutionelle Einzelausstellung. 

Die Rekonstruktion dieser Präsentation im MMK kann als Teil einer ganzen Reihe von exzellenten Isa Genzken gewidmeten Ausstellungen betrachtet werden, die mit der Biennale in Venedig 2007 begann, und ihren vorläufigen Höhepunkt in den umfassenden Retrospektiven der Whitechapel Gallery, London und des Museum Ludwig, Köln in diesem Jahr fand. Drei verschiedene so genannte ellipsoide Objekte Isa Genzkens sind nun anlässlich der Ausstellungsreihe Double zwei Monate lang im MMK zu sehen und geben einen faszinierenden Einblick in das wichtige Frühwerk der Künstlerin. 

Am Computer berechnete Konstruktionspläne dieser geometrischen Formen liegen den unterschiedlich farbigen und matt glänzenden Holzobjekten zugrunde. Dabei stehen die künstlerische Strategie der industriellen, entindividualisierten Fertigung und die Materialität in einem scheinbaren Widerspruch - würde man bei der Verwendung von Holz doch eher auf eine traditionell handwerkliche Verarbeitung schließen. Die biomorph-organische Form des fertigen Objekts zeigt trotz ihrer geometrisch-technologischen Fertigung keinen visuellen Bruch, denn die glatt polierten und mit matter Kunstharzfarbe überzogen Ellipsoide offenbaren zunächst keine charakteristischen Spuren des Holzes. Skulpturale Individualität wird aber doch deutlich, nicht zuletzt durch die unterschiedlichen Farben, abgewandelten Größen und Formen. Die geschlossenen Speerformen öffnen sich zu kanuartigen Objekten, sie zeigen Verschiebungen der Oberfläche, die zugleich durch kontrastreiche Farben hervorgehoben werden. Es scheint als veränderten die Ellipsoide ihren Charakter im Lauf der Werkserie, hin zu einem offeneren Umgang mit der mathematischen Grundform. All diesen Werken ist eine erstaunliche Fragilität eigen, aber auch ein hohes Maß an Spannung und Dynamik, resultierend aus der Auseinandersetzung des Werks mit dem Raum als White Cube. Wie Pfeile durchdringen die Ellipsoide den Raum, zugleich vereinnahmen und konstituieren sie ihn auf einen neue Weise, denn sie liegen flach und ohne Sockel auf dem Boden und negieren damit das Prinzip skulpturaler Vertikalität. 

Das MMK freut sich besonders diese erste bedeutende Ausstellung der Künstlerin, die heute als eine der renommiertesten und einflussreichsten Künstlerinnen des Landes gilt, nach mehr als 30 Jahren noch einmal zeigen zu können. Diese Rekonstruktion konnte nur durch großzügige Leihgaben ermöglicht werden, da sich alle Objekte heute deutschlandweit in unterschiedlichen namhaften Sammlungen befinden. 


Heute im MMK

  • Führung
  • Werke im Dialog
  • 15.15 Uhr

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